Heute machen wir die Tür zu einem der größten Mythen auf, die unser Sexleben seit Jahrzehnten sabotieren: dem Mythos vom Sex-Gott.
Die Pornografie-Industrie, schlechte Filme und männlicher Ego-Druck haben uns allen, und zwar Männern wie Frauen, eine gewaltige Lüge eingetrichtert. Ein guter Liebhaber, so lernen wir, ist derjenige, der muss. Er muss:
… eine gewisse Größe haben.
… einen Marathon hinlegen, ohne zu schwitzen.
… immer wissen, wo der mysteriöse Knopf ist.
… dich zum Orgasmus bringen (am besten drei Mal hintereinander).
Das ist Bullshit. Und zwar Bullshit, der uns alle unglücklich macht. Es setzt den Mann unter unmenschlichen Leistungsdruck und macht die Frau gleichzeitig zu einem passiven Wartehäuschen, das hofft, der „Experte“ möge heute seinen Zauberstab richtig schwingen. Sex ist aber ein gemeinschaftliches Erleben. Das einzige, was sein muss, ist, dass beide Zeit miteinander genießen und jeder auf die Bedürfnisse des anderen eingeht. Es gibt natürlich solche und solche Tage.
Das Problem an den „Muss-Regeln“ ist: Sie zwingen euch, ein Drehbuch abzuspielen, das für zwei andere Leute geschrieben wurde. Dein Liebhaber versucht, seine männliche Ehre zu retten, indem er eine bestimmte Technik abliefert. Du wartest dann per Skript auf das garantierte Ergebnis.
Das Resultat? Ihr seid beide so sehr mit der Performance beschäftigt, dass die Verbindung auf der Strecke bleibt.
Ich verrate euch jetzt das nicht so wahnsinnig komplizierte Geheimnis, das Sex wirklich fantastisch macht. Es besteht nicht aus Zentimetern, sondern aus drei Schritten:
Er kommuniziert. Er fragt, redet, lacht und sagt, was er will. Er schätzt Klarheit mehr als Geheimniskrämerei. Und du tust es ebenso.
Er ist präsent. Er ist nicht mit seiner Ausdauer oder der Stoppuhr beschäftigt, sondern damit, dir in die Augen zu sehen und auf deinen Atem zu hören. Ein guter Liebhaber liest deine Körpersprache besser als jedes Kamasutra-Buch. Und vice versa.
Er ist verletzlich. Er hat keine Angst davor, dass es mal nicht klappt. Er weiß, dass er dich nicht „zum Orgasmus bringen“ muss, weil dein Orgasmus deine Verantwortung ist. Er ist einfach nur gern dabei, dich zu begleiten. Genau wie du!
Der beste Sex ist kein Hochleistungssport. Er ist ein gemeinsamer Tanz, bei dem man abwechselnd die Führung übernimmt. Und das ist eine Kunst, die man nur durch Achtsamkeit und Begeisterung lernt. Dein Bett ist ein Ort des Spiels und der Verbindung, nicht des Wettbewerbs.
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